Nächster Wahlrechtsverlierer im kommenden Konklave

  1. Christophe Pierre

     
     
     
    Christophe Pierre (2018)
    Kardinalswappen von Christophe Pierre
    Erzbischofswappen von Christophe Pierre

    Christophe Louis Yves Georges Kardinal Pierre (* 30. Januar 1946 in Rennes) ist ein französischer römisch-katholischer Geistlicher, Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls.

    Leben

    Christophe Pierre verbrachte einen Großteil seiner Kindheit und Jugend in Afrika, unter anderem in Madagaskar und Malawi. Er besuchte die Schule in Antsirabe, das Collège in Saint-Malo und das Lycée Victor-Hugo in Marrakesch. Ab 1963 studierte er Philosophie und Katholische Theologie am Priesterseminar Saint-Yves in Rennes. Von 1965 bis 1966 unterbrach er das Studium, um seinen Militärdienst abzuleisten.[1] Pierre empfing am 5. April 1970 in der Kathedrale St. Vincent in Saint-Malo durch den Erzbischof von Rennes, Paul Kardinal Gouyon, das Sakrament der Priesterweihe für das Erzbistum Rennes.[2] Von 1970 bis 1973 war er als Pfarrvikar der Pfarrei Saint-Pierre et Saint-Paul in Colombes im Bistum Nanterre tätig.[1] Daneben erwarb er 1971 am Institut Catholique de Paris eine Maîtrise im Fach Katholische Theologie. 1973 setzte Pierre seine Studien in Rom fort, wo er 1977 an der Päpstlichen Lateranuniversität im Fach Kanonisches Recht promoviert wurde.[3] Zudem absolvierte er von 1973 bis 1977 eine Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie.[4]

    Pierre trat am 5. März 1977 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein.[3] Er war an den Nuntiaturen in Neuseeland (1977–1981), in Mosambik (1981), in Simbabwe (1982–1986), in Kuba (1986–1989) und in Brasilien (1989–1991) tätig. Ab 1991 wirkte er als Nuntiaturrat in der Mission des Heiligen Stuhls beim Büro der Vereinten Nationen in Genf.[5] Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 5. Februar 1979 den Ehrentitel Päpstlicher Ehrenkaplan[6] und am 26. November 1992 den Ehrentitel Päpstlicher Ehrenprälat.[7]

    Am 12. Juli 1995 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof pro hac vice von Gunela und zum Apostolischen Nuntius in Haiti. Die Bischofsweihe spendete ihm Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano am 24. September desselben Jahres in der Kathedrale St. Vincent in Saint-Malo; Mitkonsekratoren waren Paul Kardinal Gouyon, emeritierter Erzbischof von Rennes, und Jacques Jullien, Erzbischof von Rennes. Sein WahlspruchSi scires donum Dei” (deutsch: „Wenn du die Gabe Gottes kennst“) stammt aus Joh 4,10 EU.[8]

    Papst Johannes Paul II. bestellte ihn am 10. Mai 1999 zum Apostolischen Nuntius in Uganda. In seine Zeit als Nuntius in Uganda fiel auch die Ermordung des Nuntius Michael Courtney in Burundi am 29. Dezember 2003. Pierre hielt sich anschließend zu diplomatischen Zwecken dort auf und zelebrierte die Totenmesse. Am 22. März 2007 berief ihn Papst Benedikt XVI. zum Apostolischen Nuntius in Mexiko.[9] In Mexiko prägte der Konflikt mittelamerikanischer Immigranten mit den Vereinigten Staaten seine Amtszeit. Papst Franziskus ernannte ihn am 12. April 2016 zum Apostolischen Nuntius in den Vereinigten Staaten.[10][11]

    Im Konsistorium vom 30. September 2023 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinaldiakon mit der Titeldiakonie San Benedetto fuori Porta San Paolo in das Kardinalskollegium auf.[12] Am 4. Oktober 2023 berief ihn Papst Franziskus zudem zum Mitglied der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls.[13] Kardinal Pierre war Teilnehmer am Konklave 2025, das Leo XIV. wählte.

    Christophe Pierre spricht neben seiner Muttersprache Französisch fließend Englisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch.[3] Er nahm mehrfach am Rimini Meeting for Friendship Amongst Peoples teil[14] und wirkte 2021 im Dokumentarfilm The Five Priests mit.[15]

    Ehrungen und Auszeichnungen

    Commons: Christophe Pierre – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. Documentary: The Five Priests. shreveportmartyrs.org, abgerufen am 12. Juli 2023 (englisch).
    Vorgänger Amt Nachfolger
    Lorenzo Baldisseri Apostolischer Nuntius in Haiti
    1995–1999
    Luigi Bonazzi
    Luis Robles Díaz Apostolischer Nuntius in Uganda
    1999–2007
    Paul Tschang In-Nam
    Giuseppe Bertello Apostolischer Nuntius in Mexiko
    2007–2016
    Franco Coppola
    Carlo Maria Viganò Apostolischer Nuntius in den Vereinigten Staaten
    seit 2016
       
       
         
       
         
         
       
         
       
       
       
     
       
         
     
       
         
         
         
         
         
         
         
     
     
     

Quelle: wikipedia